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PhytotherapieArtikel Nr. 1760 | Ausgabe Nr 56 | 2007

Einige herausragende Pflanzen

Wer sich einen Einblick in die Pflanzenheilkunde und die Homöopathie verschaffen will, tut dies am besten am Beispiel einiger besonders interessanter Pflanzen.

Während in der Homöopathie auch tierische und mineralische Stoffe zum Einsatz kommen, beschränkt sich die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde, phytos = altgriech. Pflanze) auf die Verwendung von Pflanzen und Pflanzenextrakten.  

Echinacea – Königin gegen die Erkältungen

Ob zur Prävention oder Behandlung von Schnupfen und Erkältungen, an einer Pflanze kommt seit Jahrzehnten niemand vorbei: an Echinacea. Die bereits bei den Indianern bekannte Pflanze fand erst im 20. Jahrhundert Aufnahme in den europäischen Arzneischatz. Bei einer Verwendung zur Prävention ist eine genügend lange Anwendung (mindestens acht Wochen) wichtig, um den angestrebten Effekt zu erzielen. Dank der stimulierenden Wirkung der Pflanze auf das Immunsystem wird sie auch gegen andere Infektionen und Entzündungen verwendet, insbesondere im Bereich der Harnwege. 

Baldrian – für Entspannung und einen ruhigen Schlaf

Baldrian ist eine der wichtigsten Pflanzen in der Phytotherapie. Mit über 350 Produkten auf dem deutschen Markt gehört sie zu den am häufigsten verwendeten industriell hergestellten pflanzlichen Heilmitteln. Hauptindikationen sind nervöse Spannungszustände, Unruhe und Schlafstörungen. Baldrian wird häufig zusammen mit anderen Pflanzen wie Melisse, Passionsblume oder Hopfen eingesetzt, und sie besitzt eine schlaffördernde Wirkung, die mit gewissen synthetisch hergestellten Wirkstoffen wie den Benzodiazepinen vergleichbar ist, aber mit keinen Nebenwirkungen einhergeht. Deshalb wird Baldrian manchmal auch als pflanzliches Valium bezeichnet!

Galphimia glauca – homöopathisches Mittel gegen Heuschnupfen

Da es sich bei Heuschnupfen um eine chronische Erkrankung handelt (mehrere Wochen bis Monate pro Jahr), suchen viele Betroffene eine natürliche Behandlungsmöglichkeit. Von den homöopathischen Mitteln gegen Heuschnupfen wirkt Galphimia glauca auf die Schleimhaut der Nase und der Atemwege sowie auf die Haut. Galphimia eignet sich besonders für Personen mit Allergien; Tests haben für Heuschnupfen einen hohen Wirkungsgrad ergeben. Mit einem homöopathischen Komplexmittel, zum Beispiel Galphimia in Kombination mit Luffa operculata und Apis mellifica, lassen sich Heuschnupfensymptome sicher und wirksam lindern.

Traubensilberkerze – wohltuend in der Menopause

Angesichts der wiederkehrenden Diskussionen über die möglichen Risiken von Hormonersatztherapien in der Menopause wünschen sich viele Frauen eine Alternative. Die Phytotherapie bietet eine solche mit Traubensilberkerze, einer aus Amerika stammenden Pflanze. Bereits die Indianer nutzten die Pflanze gegen Schmerzen während Menstruation und Geburt. Sehr bald wurde sie auch von den weissen Siedlern geschätzt und in den amerikanischen und später in den europäischen Arzneischatz aufgenommen. Bei uns wird sie seit Jahrzehnten zur Linderung neurovegetativer Beschwerden im Zusammenhang mit der Menopause wie Hitzewallungen, Schweissausbrüche, Schlafstörungen oder Nervosität empfohlen.

Opium – homöopathisches Mittel mit berüchtigtem Ruf

Opium ist der Milchsaft, den man nach dem Einschneiden der noch grünen Kapseln des Schlafmohns erhält. Opium wird illegal in Form des berüchtigten Betäubungsmittels Heroin konsumiert, kann aber auch legal (als Rohstoff für Morphin und Codein) eingesetzt werden. Legal wird Mohn in Europa, der Türkei, Indien und Australien angebaut. In der Homöopathie gilt Opium als Mittel der Wahl bei körperlicher und psychischer Atonie (fehlende oder ungenügende Vitalität). Das Mittel wird zum Beispiel gegen Verstopfung infolge von Darmatonie und gegen psychische Atonie (Antriebslosigkeit, Empfindungslosigkeit, Gleichgültigkeit, Emotionslosigkeit) eingesetzt. Opium ist deshalb auch Bestandteil von homöopathischen Komplexmitteln gegen Stimmungsschwankungen.

Drosera – fleischfressende Pflanze gegen Husten

Drosera, auch bekannt als Rundblättriger Sonnentau, ist eine kleine, mehrjährige Pflanze, die in Hochmooren gedeiht. Am Rand der rundlichen Blätter befinden sich klebrige, rötliche Drüsenhaare. Darin bleiben kleine Insekten hängen, welche die Pflanze mit Hilfe besonderer Enzyme «verdauen» kann. Drosera ist in Europa geschützt und wird vor allem aus Madagaskar eingeführt. Sowohl in der Homöopathie als auch in der Phytotherapie ist Drosera für ihre beruhigende Wirkung bei Husten bekannt, besonders bei ­trockenem Husten.




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Isabelle Hulmann Isabelle Hulmann
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